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Wie funktioniert eine Taucherglocke?

Die Welt entdecken und erforschen, dass ist für Kinder das Größte. Meine Mädels lieben es, sich die Welt mit Hilfe von Experimenten zu erklären. Daher haben wir uns überlegt, dass meine erste Serie auf dem Blog "Experimente für und mit Kindern" sein wird. Ab sofort findet ihr hier jeden Dienstag ein kleines Exeriment, welches ihr mit wenig Aufwand ganz einfach zu Hause mit euren Kindern nachmachen könnt.

Experiment: Wie funktioniert eine Taucherglocke

Starten möchte ich meine Serie mit Experimenten rund um das Element Wasser. Denn bei den derzeit sommerlichen Temperaturen lassen sich diese Experimente praktischerweise auf dem Balkon oder im Garten durchführen. So lauft ihr nicht Gefahr, dass euer Bad unter Wasser gesetzt wird. Außerdem können die Kinder mit dem Wasser danach noch ganz wunderbar weiterspielen.


Das braucht ihr für euer Experiment

  • eine große Schüssel mit Wasser
    • Statt das Experiment mit einer großen Schüssel voll Wasser zu machen, könnt ihr es auch in der Badewanne machen, wenn eure Kids das nächste Mal baden.
  • ein Glas
  • eine Serviette oder ein Taschentuch oder ein Stück Küchenrolle
    • Wir haben uns für eine farbige Serviette entschieden, weil man da am einfachsten erkennen kann, was passiert.
Das braucht ihr für euer Taucherglocke-Experiment

So geht euer Experiment

Schritt 1: Knüllt die Serviette zusammen und stopft sie so in das Glas, dass sie nicht mehr herausfällt und auch nichts über den Glasrand hinausschaut.

 

Schritt 2: Taucht nun das Wasserglas mit der Öffnung nach unten ganz gerade in die Schüssel mit Wasser.

 

Schritt 3: Nehmt das Glas wieder aus dem Wasser. Wichtig: Achtet darauf, dass es wieder ganz gerade bleibt.

 

Schritt 4: Schaut euch die Serviette an und befühlt sie.

Die Serviette im Glas geht auf Tauchstation

Das Ergebnis eures Experiments

Was (ist) passiert? Wenn ihr das Glas die ganze Zeit schön gerade gehalten habt, ist eure Serviette immer noch trocken.

 

Warum ist das so? In dem Glas ist nicht nur die Serviette, sondern auch Luft. Da die Luft den Raum im Glas bereits füllt, kann kein Wasser in das Glas eindringen und die Serviette bleibt trocken.

 

Unser Tipp: Lasst eure Kinder die Erklärung selber finden, indem ihr geschickte Fragen stellt. Ich war wirklich überrascht, wie gut unsere Große mit Hilfe meiner Fragen das Experiment erklären konnte. Mögliche Fragen sind: Was ist außer der Serviette im Glas? Wenn das Glas also schon voll ist, kann dann etwas Neues ins Glas? Warum kann Wasser eindringen, wenn wir das Glas schräg halten? Warum kann ein Taucher mit einer solchen Taucherglocke länger unter Wasser bleiben?

Die Serviette im Glas geht auf Tauchstation

Wir haben in einem 5. Schritt noch geschaut, was passiert, wenn wir das Glas leicht schräg halten. Die Große hat sofort richtig erkannt, dass dies wie eine Öffnung ist, die leichte Luft nach oben entweichen kann und somit das Wasser in das Glas eindringen kann.

Sobald das Glas schräg wird, entweicht die Luft

Was ist noch interessant?

So wie im Experiment funktionierten auch die ersten Taucherglocken und später auch die Senkkäste:

 

Der erste, der das Prinzip der Taucherglocke beschrieb, war bereits einige hundert Jahre vor Christus Aristoteles. Aber erst 1538 wird eine offene Taucherglocke ohne Luftversorgung erstmals vorgeführt. Über 100 Jahre später- um 1665 - wird erstmals eine offene Taucherglocke ohne Luftversorgung eingesetzt, um große Mengen Gold und Silber an einer Flussmündung zu bergen. Mit der offenen Taucherglocke ohne Stromversorgung war es möglich geworden, dass Taucher länger unter Wasser bleiben konnten. Ihre "Arbeit" unter Wasser erledigten die Taucher ohne die Taucherglocke. Wenn sie jedoch Luft holen mussten, war es nun nicht mehr notwendig, dass sie an die Wasseroberfläche schwammen, sondern sie konnten in der Taucherglocke Luft holen. Somit konnten die Tauchgänge nicht mehr nur 1-2 Minuten dauern, sondern bis zu einer Viertelstunde. Um diese Zeit weiter zu verlängern, fanden schon kurze Zeit später erste Versuche mit einer Luftversorgung der Taucherglocke statt. Aber erst 1778 wird die erste schlauchversorgte Taucherglocke gebaut. 

 

Der Senkkasten ist eine Weiterentwicklung der offenen Taucherglocke, der vor allem bei Arbeiten auf dem Grund von Gewässern genutzt wird. Der Senkkasten unterscheidet sich zur Taucherglocke vor allem durch seine Größe. Die unteren Kanten des Senkkastens liegen unmittelbar auf dem Boden auf und so ist es möglich, dass die Arbeiten unter Wasser nahezu trocken erfolgen können. Der Senkkasten wird über Luftschläuche mit Luft versorgt. Senkkästen, z.B. als Taucherglockenschiff, werden bis heute, z.B. für Arbeiten in Hafenbecken, eingesetzt.


Nach dem Experiment ist noch lange nicht Schluss

Unsere Mädels haben das Experiment noch ein paar mal allein durchgeführt und am Ende ist alles in einer "Schleimsuppe" geendet. Denn die Mädels haben festgestellt, dass sich die Servietten im Wasser auflösen und haben - laut ihren eigenen Worten - Schleim für die nächste Halloween-Party hergestellt. Es war eine Riesensauerei, aber die Mädels hatten Spaß. Natürlich durften auch Blubberblasen nicht fehlen. Wenn sie sonst mit ihrem Trinken sowas schon nicht machen durften, dann jetzt aber so richtig...

 

Am Ende haben sie einen weiteren Versuch gestartet: Sie haben die Serviettenreste aus dem Wasser gefischt und die Masse auf einer Unterlage ausgebreitet. Diese steht nun im Spielhäuschen zum Trocknen. Die Mädels wollen schauen, ob daraus nun wieder Papier entsteht. Wir sind gespannt...

Unsere Mädels stellen Servietten-Wasser-Pampe her

So, das war nun unser erstes Experiment. Wir hoffen, dass ihr beim Nachmachen genauso viel Spaß habt! Und wenn es euch gefallen hat, dann schaut am nächsten Dienstag unbedingt wieder hier vorbei, denn dann wartet ein Experiment zum Thema "Wasserdruck" auf euch.

 

Herzlichst,

eure Doreen

 

Und nun interessiert mich: Macht ihr mit euren Kindern experimente? Habt ihr vielleicht sogar eins, was in meiner Serie auf keinen Fall fehlen darf?


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